Pinterest Traffic messen - aber richtig 7

Pinterest Traffic messen ist oft ein Problem. Das Traffic- und Conversionpotential von Pinterest wird oft unterschätzt.

Ohne Wissen über die spezielle Pinterest Customer Journey und dem richtigen Blick auf die Zahlen, bleiben über 50% der Pinterest Conversions unbeachtet.

Lesezeit: 7 min

Technische Voraussetzungen schaffen

Um deinem Pinterest Account einen optimalen Start zu bescheren und später auch Zahlen analysieren zu können, müssen einige Voraussetzungen geschaffen werden.

Business Konto umwandeln

Wandle dein privates Konto in ein Business Konto um, damit du die internen Pinterest Analytics nutzen kannst.

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Website verifizieren

Einer der wichtigsten Schritte, der leider oft übersehen wird, ist die Verifizierung deiner Website in dem Pinterest Account.

Ist deine Website nicht mit deinem Pinterest Konto verbunden, wird dein Content kaum ausgespielt, weil Pinterest deinen Account für Spam hält.

Erst mit der Verifizierung erhält Pinterest Informationen darüber, ob deine Website guten Content verbreitet oder Spam.

Pinterest kann auch feststellen, ob die Zielseite die, in jedem Pin eingetragen werden kann, zum Pin passt.

Beispiel: Zeigst du auf deinem Pin eine Rezept-Idee, leitest aber den Traffic auf eine Produktseite einer Küchenmaschine, passt der Pin nicht zur Zielseite. Pinterest ist sehr wohl in der Lage, das zu erkennen. Und der Pinterest User, der darauf geklickt hat, fühlt sich getäuscht.

TIPP: Wenn du in deinen Google Analytics sehr hohe Absprungraten und kurze Verweilzeiten von Pinterest Traffic feststellst, ist das ein Hinweis darauf, dass die Pinterest User nicht erhalten haben, was auf dem Pin versprochen wurde. Wenn du eine Rezept-Idee auf dem Pin zeigst, solltest du auch auf eine Rezept-Idee verlinken!

So verifizierst du deine Website mit deinem Pinterest Account

  1. Klicke rechts neben deinem Logo auf Einstellungen
  2. Klicke auf Verifizieren
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  1. Kopiere den HTML Code und füge ihn in den Head-Bereich deiner Website ein
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4. Klicke erneut auf Verifizieren und folge den Anweisungen

Pinterest Tag installieren

Der Pinterest Tag ist vergleichbar mit dem Facebook Pixel. Mit dem Pinterest Tag lassen sich Conversions tracken und Retargeting Kampagnen realisieren.

Eine Anleitung zur Installation des Pinterest Tags und weitere Informationen zu Base Codes findest du auf den Pinterest Hilfeseiten.

Das Pinner Mindset verstehen

Die technischen Voraussetzungen sind geschaffen. Jetzt gilt es, das Pinner Mindset zu verstehen.

Pinterest User sind ganz am Anfang der Customer Journey. Sie suchen nach Ideen und Inspiration. Sie befinden sich beim digitalen Schaufensterbummel.

Und nicht vergessen: Pinterest ist eine Suchmaschine – nicht Social Media!

Im Vergleich zu anderen Plattformen lässt sich hier ein deutlicher Unterschied hervorheben: auf Pinterest wird nicht gepostet, was bereits passiert ist, sondern Pinner suchen nach Ideen, um ihre Zukunft zu planen.

Pinner wissen meist noch gar nicht, was sie suchen, bis sie es sehen.

Typische Suchbegriffe wären „Mode Ideen“ oder „Geschenkideen für Freundin“.

Pinterest selbst formuliert ihre Mission wie folgt:

Pinterest is the visual discovery engine. Our mission is to bring everyone the inspiration to create a life they love.

Mit der selbst gesetzten Vision, ihren Usern Inspiration für die Kreation eines Lebens zu liefern, das sie lieben, verbindet sich die zunächst einmal überraschend erscheinende Zielsetzung: Pinner sollen nicht dauerhaft am Bildschirm festgehalten werden, um endlos weiterzubrowsen. Stattdessen werden ihnen Inhalte präsentiert, die sie zu einer Aktion inspirieren sollen.

Diese Ausrichtung schafft ein anderes Mindset. Pinner sind bereit aktiv zu werden, sie sind bereit dafür, die Zukunft zu planen.

97% der Suchanfragen finden ohne Markennamen statt. Es wird also selten explizit nach Adidas oder Nike Turnschuhen gesucht, sondern eher nach Mode Trends oder Farben.

Daher bietet Pinterest die hervorragende Möglichkeit, die Awarness für deine Marke zu steigern. In Deutschland haben laut Pinterest eigenen Angaben 82% der deutschen Pinner Einkäufe bei Marken getätigt, die sie auf Pinterest gesehen haben.

Dabei haben die Marken hier die Chance, Kunden anzusprechen, die sich bereits für ihr Produkt interessieren, auch ohne vorher mit der Marke vertraut gewesen zu sein. Die Menschen kommen zu Pinterest, um etwas zu finden, sind aber noch unentschlossen und lassen sich von den ihnen präsentierten Inhalten inspirieren.

Hier greift der Vorteil von Pinterest, eine visuelle Suchmaschine zu sein. Nutzer wissen vielleicht noch nicht genau, wonach sie suchen, oder haben nicht die richtigen Suchbegriffe, um zu definieren, wonach sie suchen. Aber Pinterest hilft ihnen zu entdecken, wofür sie sich interessieren.

Pinterest ist eine personalisierte Medienplattform. Durch das Anpassen der Inhalte an das eigene Interesse werden den Nutzern immer relevante Inhalte präsentiert.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Menschen Pinterest nutzen, um inspirierte Entscheidungen zu treffen und Marken die Chance haben, diese Inspiration in Bildern zu liefern.

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Die Customer Journey von Pinterest Usern

Aufbauend auf dem Verständnis des Pinterest Mindsets, dass es sich um handlungsbereite User handelt, die nach Inspiration suchen, lässt sich die Customer Journey eines Pinterest Users im Vergleich zu anderen Plattformen erklären.

Pinner sind Planer.

Der übliche Pinterest User kommt nicht auf die Plattform, um direkt etwas zu kaufen, sondern stöbert nach Ideen. 76% der Nutzer speichern sich Produkte, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen. Bei Pinterest kann es daher bis zu 90 Tage dauern, bis ein Pinner auf eine gefundene Idee reagiert, also z.B. das Produkt kauft.

Wer nicht mit dem Pinterest Mindset vertraut ist, unterschätzt daher schnell die Zeitspanne vom First View bis hin zur finalen Conversion.

Wenn man sich die typische Customer Journey bei Pinterest vor Augen hält, versteht man daher, wie wenig aussagekräftig das KPI „last click“ ist. Bei der ausschließlichen Betrachtung dieses Indikators wird der Pinterest Umsatz um 48% unterschätzt.

Veranschaulichen lässt sich dieser Unterschied im Vergleich zu anderen Plattformen. Während die Customer Journey bei Pinterest durchaus in Monaten gemessen werden kann – unter Berücksichtigung des Verlaufes von frühzeitigem Planen, über das Speichern von Inspirationen, bis hin zum Aktivwerden – werden Conversions bei Suchplattformen wie z.B. Google eher in Wochen gemessen.

Auf diesen Plattformen kann man aber nur fündig werden, wenn man schon weiß, wonach man sucht. Dementsprechend ist die Customer Journey kürzer, da die Suchanfrage schon viel konkreter ist. Auf Socialmediaplattformen ist die Customer Journey noch kürzer und kann meistens in Tagen gemessen werden. Oftmals werden User auf solchen Plattformen jedoch im Rahmen des Re-Targetings angesprochen, nachdem sie schon einen Erstkontakt mit dem Produkt hatten, was die kürzere Customer Journey erklärt.

Bei diesem Vergleich ist es wichtig klarzustellen, dass schneller nicht gleich besser bedeutet. Es bedeutet lediglich, dass der adäquate Zeitrahmen für die Betrachtung gewählt werden muss, um die Effektivität von Maßnahmen auf den unterschiedlichen Kanälen zu bewerten. So trifft man keine Fehleinschätzung, nur weil man nicht das vollständige Bild betrachtet.

Welche Customer Journey ist für Google analysierbar?

Eine korrekte Messbarkeit ist in externen Analyse Tools nicht gegeben, da nur minimale Conversions innerhalb eines Tages ohne Device oder Browser Wechsel stattfinden und so die Journey bis zur Conversion verloren geht.

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Pinterest Analytics

Wenn wir jetzt verstanden haben, warum es bei Pinterest länger dauern kann, bis es zu einer Bestellung kommt, ist jetzt die Frage, wie man das reale Conversionpotenzial von Pinterest messen kann. Wie verfolgt man die Customer Journey eines Pinterest Users über den gesamten Zeitraum, um in konkreten Zahlen die erfolgreichen Conversions zu messen?

Externe Analyse Tools, wie z.B. Google Analytics können nur einen Bruchteil der Customer Journeys erfolgreich nachvollziehen.

Nur in dem Sonderfall, dass ein User innerhalb der App, am gleichen Gerät, ohne den Browser zu wechseln, nicht nur auf der Landingpage der Partner landet, sondern auch sofort dort einen Kauf tätigt, wird eine erfolgreiche Conversion auf Pinterest korrekt in Verbindung gesetzt.

Viel häufiger kommt es aber zu Unterbrechungen der Customer Journeys oder zum Wechsel der Browser bzw. der Endgeräte. Jedes externe Analysetool, dass auf last-Click Daten basiert, wird diese Unterbrechungen und Wechsel nicht nachvollziehen können. So kommt es zu dem vermeintlichen Eindruck, Pinterest würde zwar mehr Traffic generieren, aber nicht die Conversionsrate erhöhen.

Pinterest selbst kann auch diese unterbrochenen Customer Journeys dank des Pinterest Tags besser nachvollziehen und bietet daher akkuratere Zahlen über erfolgreiche Conversions. Voraussetzung dabei ist allerdings, dass die User auf den unterschiedlichen Endgeräten vorab bei Pinterest eingeloggt waren, damit die vollständige Journey nachvollzogen werden kann. Pinterest verliert daher weniger User auf dem Weg bis zur finalen Conversion.

Bis zu 94,1% der Conversions werden potentiell von externen Analysen übersehen aufgrund der Device- und Browserwechsel, wenn nur ein eintägiges Attributionsfenster betrachtet wird. Denn 95% der Conversions sind bei Pinterest erst nach ca. 25 Tagen und länger abgeschlossen.

Auf diesen Analyseproblemen, die aus der Pinterest eigenen Customer Journey resultieren, beruht die Aussage, dass das Conversionpotential von Pinterest unterschätzt wird.

Um dieses Potential zu nutzen, muss die eigene Marketingstrategie auf Pinterest daher langfristig ausgelegt und den Gewohnheiten der Pinterest Usern angepasst werden.

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3 häufige Probleme bei der Messung von Pinterest Traffic

Wie beschrieben kann in Google Analytics nur ein Bruchteil des Pinterest Traffics erfasst werden. Häufig kommt es zu Fehlerinterepretationen in Google Analytics oder die Fehler beginnen schon bei der Content Kreation auf Pinterest.

Wenig Impressionen

Zeigen deine Pinterest Analytics auch nach 30 Tagen noch geringe Impressionen, ist das ein Hinweis darauf, dass Pinterest deinen Content nicht ausspielt.

Deine Pins und Pinnwände sind gar nicht oder schlecht SEO-optimiert und somit nicht sichtbar.

Lösung: Führe eine ausführliche Keyword Recherche durch und füge in die Pin-Beschreibungen und Pinnwand-Beschreibung relevante Keywords ein.

Viele Impressionen / Wenig Klicks

Wenn deine Pins viele Impressionen generieren ist, das ein Hinweis, dass die SEO-Optmierung gegeben ist. Werden jedoch keine Klicks generiert, ist das Pin Design visuell nicht ansprechend genug und sollte überarbeitet werden.

Deine Pins sind durch Keywords zwar sichtbar, aber das Pin Design regt nicht zum Klicken an.

Lösung: Experimentiere mit dem Pin Design. Füge farbige Flächen ein und arbeite mit Text Overlays.

Viele Klicks / Hohe Absprungraten und kurze Verweilzeiten auf der Zielseite

Der Pin hat Interesse geweckt und wurde geklickt. Jedoch hat der Match von Pin zur Zielseite nicht gepasst.

Ein Rezept auf dem Pin zeigen und dann auf die Shopseite der Küchenmaschine leiten, erfüllt nicht die Suchintension der User. Durch die Verifizierung der Website mit dem Pinterest Account, ist Pinterest in der Lage, dieses Verhalten zu erkennen.

Werden dem User sehr oft auf Pinterest falsche Versprechungen gemacht, die dann auf der Zielseite nicht erfüllt werden (= kurze Verweildauer), kann die Sichtbarkeit des Pinterest Accounts durch den Pinterest Algorithmus reguliert werden.

Lösung: Verkauf deine potenziellen Kunden nicht für dumm und biete auf der Zielseite was du auf dem Pin versprichst.

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